AI Act: KI-Kompetenz gilt seit 2. Februar 2025, Hochrisiko-Pflichten ab 2. Dezember 2027. Was wann gilt →
AI Act · KI-Verordnung (EU) 2024/1689 · Stand 10.10.2026

Was gilt wann. Und wer was lernt.

Der AI Act ist keine Zukunftsmusik: Seit Februar 2025 gelten KI-Kompetenz und Verbote, seit August 2026 die Transparenz. Die Änderung 2026 hat Hochrisiko-Fristen verschoben – nicht aber die Pflichten, die jedes Unternehmen schon heute betreffen. Im Programm „KI nach Maß“ ist der AI Act deshalb kein Anhang, sondern eingebaut: ein eigener Workshop, ein eigener Lernpfad und der Bezug in jedem Workshop.

  • Zeitstrahl nach der Änderung 2026
  • Rollen und Risikoklassen
  • KI-Inventar als erster Schritt
  • Nachweis je Person
Abb. 1 — Ein Lernpfad, 8 Etappen, ein ZielAI Act umsetzen: vom Inventar zum NachweisDie Linie zeigt den Weg durch die Schichten. Tippen Sie auf einen Baustein, um ihn zu erklären.
Abb. 1 — Das Lernrad: innen die KI-Kompetenz, außen die Menschen. Der Ring in Markerfarbe sind die Workshops. Alle zehn Lernpfade durchspielen →
Auf einen Blick

Der AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) regelt KI nach Risiko. Für die meisten Unternehmen – sie sind Betreiber, weil sie KI-Werkzeuge nutzen – gelten heute drei Dinge: KI-Kompetenz fördern (Art. 4), keine verbotenen Praktiken (Art. 5) und Transparenz (Art. 50). Wer KI etwa bei Personalentscheidungen einsetzt, betreibt ein Hochrisiko-System – mit weiteren Pflichten ab 2. Dezember 2027.

In Kraft
1. August 2024
Geändert
VO (EU) 2026/1744
Gilt schon
Art. 4, 5, 50, 53
Hochrisiko
ab 2. Dezember 2027
Ihre Rolle
meist Betreiber
Erster Schritt
KI-Inventar
Zeitstrahl

Acht Daten, die Sie kennen sollten.

Stand nach der Änderungsverordnung 2026. „Gilt“ heißt: Die Pflicht ist anwendbar. „Kommt“ heißt: Jetzt ist die Zeit, sich vorzubereiten.

  1. 1. August 2024In Kraft

    Die KI-Verordnung tritt in Kraft; die Pflichten folgen in Stufen. Fundstelle

  2. 2. Februar 2025KI-Kompetenz und Verbote

    Art. 4 KI-Kompetenz und Art. 5 verbotene Praktiken gelten. Fundstelle

  3. 2. August 2025KI-Modelle und Sanktionen

    Pflichten für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck; Bußgeldregeln. Fundstelle

  4. 27. Juli 2026Änderungsverordnung

    Die Verordnung (EU) 2026/1744 tritt in Kraft: Art. 4 neu gefasst, Hochrisiko-Fristen verschoben. Fundstelle

  5. 2. August 2026Transparenz

    Art. 50: KI-Interaktion offenlegen, KI-Inhalte kennzeichnen. Fundstelle

Vier Risikoklassen

Je höher das Risiko, desto mehr Pflichten.

Die meisten Werkzeuge im Büroalltag liegen unten. Entscheidend ist, wofür Sie sie einsetzen: Derselbe Chat-Assistent ist harmlos beim Mail-Entwurf und hochriskant, wenn er Bewerbungen vorsortiert.

Verboten

Unannehmbares Risiko

Etwa Social Scoring, manipulative Techniken oder Emotionserkennung am Arbeitsplatz. Art. 5

Hochrisiko

Strenge Pflichten

Etwa Einstellung und Leistungsbewertung, Kreditwürdigkeit, Bildung. Für Betreiber: Aufsicht, Protokolle, Information der Beschäftigten. Art. 26

Transparenz

Offenlegen und kennzeichnen

Chatbots geben sich als KI zu erkennen, KI-erzeugte Inhalte werden gekennzeichnet. Art. 50

Minimal

Keine besonderen Pflichten

Etwa Textentwürfe, Übersetzungen, Zusammenfassungen. KI-Kompetenz nach Art. 4 gilt trotzdem – für alle Klassen.

AI Act im Programm

Jeder Artikel hat seinen Workshop.

Die Tabelle zeigt, welche Workshops welchen Artikel der KI-Verordnung umsetzen. Jede Workshop-Seite nennt ihren Bezug zum AI Act; im Lernrad zeigt der Filter „AI Act im Programm“ die Bausteine dazu.

ArtikelWorum es gehtIm Programm
Art. 3Begriffe: Anbieter und BetreiberWer KI-Systeme entwickelt oder unter eigenem Namen in Verkehr bringt, ist Anbieter. Wer sie beruflich in eigener Verantwortung nutzt, ist Betreiber – das sind die meisten Unternehmen.E3F2D5
Art. 4KI-KompetenzMaßnahmen, um die KI-Kompetenz des Personals zu fördern – seit 2. Februar 2025, seit Juli 2026 in neuer Fassung.E1E2E3F1F4M1M2M3CHD1D3D4
Art. 5Verbotene PraktikenEtwa manipulative Systeme, Social Scoring oder Emotionserkennung am Arbeitsplatz – verboten seit 2. Februar 2025, zwei weitere Verbote ab 2. Dezember 2026.E3F3D4
Art. 6Hochrisiko-SystemeUnter anderem KI im Personalwesen, bei der Kreditwürdigkeit oder in der Bildung (Anhang III) – Pflichten ab 2. Dezember 2027.E3F3M3D6
Art. 26Pflichten der BetreiberBei Hochrisiko-Systemen: Einsatz nach Gebrauchsanweisung, menschliche Aufsicht durch kompetente Personen, Information der Beschäftigten und ihrer Vertretung.E3D2D4D6
Art. 50TransparenzMenschen erfahren, dass sie mit KI sprechen; KI-erzeugte Inhalte werden gekennzeichnet – seit 2. August 2026.E3M1M2D2D4D7
Art. 53Anbieter von KI-ModellenAnbieter von Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck dokumentieren und informieren – seit 2. August 2025. Wichtig für die Anbieterwahl.F2D5

Bußgelder regelt Art. 99. Diese Seite gibt den Stand vom 10.10.2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung; die Fristen beruhen auf der Verordnung (EU) 2026/1744.

In sechs Wochen

Vom Gerücht zum Nachweis.

  1. Verstehen

    Fristen, Rollen, Risikoklassen in zwei Stunden – für Führung, Recht und Betriebsrat.

    E3 AI Act kompakt

  2. Inventar

    Alle KI-Werkzeuge und Use Cases mit Zweck, Datenklasse, Rolle und Risikoklasse.

    E3 · E2

  3. Regeln

    KI-Richtlinie, Datenklassen, Freigabeprozess – mit Betriebsrat und Datenschutz.

    D4

  4. Schulen

    KI-Führerschein für alle, Führungskräfte als Multiplikatoren.

    M1 · F4

  5. Belegen

    Teilnahmebestätigungen, Inventar und Richtlinie als Dokumentation – mehr zu Art. 4.

    Nachweis

Ihr Stand

Wo stehen Sie beim AI Act?

Der Reifegrad-Check fragt auch nach Richtlinie und Schulung – und empfiehlt bei Lücken den Lernpfad „AI Act umsetzen“.

Fundstellen auf dieser Seite

Die hochgestellten Ziffern im Text verweisen hierher. Antippen zeigt die Fundstelle direkt an der Textstelle, alle Fundstellen der Website stehen gesammelt auf einer Seite. Gesetzesangaben ersetzen keine Rechtsberatung.

  1. 1

    Geltung seit 2. Februar 2025 ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 113 lit. a · geprüft am 10.10.2026

  2. 2

    Änderung durch die Verordnung (EU) 2026/1744 ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2026/1744 („Digital Omnibus“ zur KI-Verordnung), ABl. vom 24.7.2026 · geprüft am 10.10.2026

  3. 3

    Art. 3 KI-Verordnung: Anbieter und Betreiber ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 3 Nr. 3 und 4 · geprüft am 10.10.2026

  4. 4

    Art. 6 und Anhang III KI-Verordnung: Hochrisiko ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 6 und Anhang III, Fristen nach Verordnung (EU) 2026/1744 · geprüft am 10.10.2026

  5. 5

    Art. 53 KI-Verordnung: Anbieter von KI-Modellen ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 53 · geprüft am 10.10.2026

  6. 6

    Art. 50 KI-Verordnung: Transparenz ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 50 · geprüft am 10.10.2026

  7. 7

    Art. 5 KI-Verordnung: verbotene Praktiken ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 5, geändert durch Verordnung (EU) 2026/1744 · geprüft am 10.10.2026

  8. 8

    Art. 26 KI-Verordnung: Pflichten der Betreiber ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 26 · geprüft am 10.10.2026

  9. 9

    Art. 4 KI-Verordnung: KI-Kompetenz ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 4 · geprüft am 10.10.2026

  10. 10

    Art. 99 KI-Verordnung: Sanktionen ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 99 · geprüft am 10.10.2026

Häufige Fragen

Fragen zum AI Act.

Was ist der AI Act?
Der AI Act ist die Verordnung (EU) 2024/1689, auf Deutsch KI-Verordnung. Er regelt KI-Systeme in der EU nach ihrem Risiko und gilt unmittelbar in Österreich und Deutschland. Die Verordnung (EU) 2026/1744 hat ihn 2026 geändert.
Was gilt für Unternehmen, die nur KI-Werkzeuge nutzen?
Sie sind Betreiber im Sinn der KI-Verordnung. Seit 2. Februar 2025 müssen sie Maßnahmen zur KI-Kompetenz ihres Personals ergreifen (Art. 4) und dürfen keine verbotenen Praktiken einsetzen (Art. 5). Seit 2. August 2026 gelten Transparenzpflichten (Art. 50). Wer Hochrisiko-Systeme etwa im Personalwesen einsetzt, hat ab 2. Dezember 2027 weitere Pflichten (Art. 26).
Welche Fristen hat die Änderungsverordnung 2026 verschoben?
Die Pflichten für Hochrisiko-Systeme nach Anhang III gelten statt ab 2. August 2026 ab 2. Dezember 2027, für Hochrisiko in Produkten nach Anhang I ab 2. August 2028. KI-Kompetenz (Art. 4) und die verbotenen Praktiken (Art. 5) wurden nicht verschoben.
Was ist der erste Schritt zur Umsetzung?
Ein KI-Inventar: Welche KI-Systeme und -Werkzeuge werden wofür genutzt, mit welchen Daten, in welcher Rolle und mit welcher Risikoklasse? Darauf bauen Richtlinie, Schulung und Nachweis auf. Im Workshop E3 „AI Act kompakt“ entsteht ein erster Entwurf.
Welche Strafen sieht der AI Act vor?
Art. 99 sieht für verbotene Praktiken Geldbußen von höchstens 35 Mio. Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes vor, für andere Pflichten höchstens 15 Mio. Euro oder 3 %. Für KMU gilt jeweils der niedrigere Betrag. Die Durchsetzung regeln die Mitgliedstaaten.
Wie hängt der AI Act mit der Mitbestimmung zusammen?
Betreiber von Hochrisiko-Systemen müssen die Arbeitnehmervertretung vor dem Einsatz am Arbeitsplatz informieren (Art. 26). Unabhängig davon gelten in Österreich § 96a ArbVG und in Deutschland die §§ 87 und 90 BetrVG.