Was gilt wann. Und wer was lernt.
Der AI Act ist keine Zukunftsmusik: Seit Februar 20251 gelten KI-Kompetenz und Verbote, seit August 2026 die Transparenz. Die Änderung 20262 hat Hochrisiko-Fristen verschoben – nicht aber die Pflichten, die jedes Unternehmen schon heute betreffen. Im Programm „KI nach Maß“ ist der AI Act deshalb kein Anhang, sondern eingebaut: ein eigener Workshop, ein eigener Lernpfad und der Bezug in jedem Workshop.
- Zeitstrahl nach der Änderung 2026
- Rollen und Risikoklassen
- KI-Inventar als erster Schritt
- Nachweis je Person
Der AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) regelt KI nach Risiko. Für die meisten Unternehmen – sie sind Betreiber3, weil sie KI-Werkzeuge nutzen – gelten heute drei Dinge: KI-Kompetenz fördern (Art. 4), keine verbotenen Praktiken (Art. 5) und Transparenz (Art. 50). Wer KI etwa bei Personalentscheidungen einsetzt, betreibt ein Hochrisiko-System4 – mit weiteren Pflichten ab 2. Dezember 2027.
- In Kraft
- 1. August 2024
- Geändert
- VO (EU) 2026/1744
- Gilt schon
- Art. 4, 5, 50, 53
- Hochrisiko
- ab 2. Dezember 2027
- Ihre Rolle
- meist Betreiber
- Erster Schritt
- KI-Inventar
Acht Daten, die Sie kennen sollten.
Stand nach der Änderungsverordnung 2026. „Gilt“ heißt: Die Pflicht ist anwendbar. „Kommt“ heißt: Jetzt ist die Zeit, sich vorzubereiten.
- 1. August 2024In Kraft
Die KI-Verordnung tritt in Kraft; die Pflichten folgen in Stufen. Fundstelle1
- 2. Februar 2025KI-Kompetenz und Verbote
Art. 4 KI-Kompetenz und Art. 5 verbotene Praktiken gelten. Fundstelle1
- 2. August 2025KI-Modelle und Sanktionen
Pflichten für Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck; Bußgeldregeln. Fundstelle5
- 27. Juli 2026Änderungsverordnung
Die Verordnung (EU) 2026/1744 tritt in Kraft: Art. 4 neu gefasst, Hochrisiko-Fristen verschoben. Fundstelle2
- 2. August 2026Transparenz
Art. 50: KI-Interaktion offenlegen, KI-Inhalte kennzeichnen. Fundstelle6
- 2. Dezember 2026Weitere Verbote, Kennzeichnung
Zwei zusätzliche verbotene Praktiken; Kennzeichnung auch für generative Systeme, die schon am Markt waren. Fundstelle7
- 2. Dezember 2027Hochrisiko nach Anhang III
Pflichten für Hochrisiko-Systeme, etwa im Personalwesen oder bei der Kreditwürdigkeit. Fundstelle4
- 2. August 2028Hochrisiko in Produkten
Pflichten für Hochrisiko-KI in Produkten nach Anhang I. Fundstelle2
Je höher das Risiko, desto mehr Pflichten.
Die meisten Werkzeuge im Büroalltag liegen unten. Entscheidend ist, wofür Sie sie einsetzen: Derselbe Chat-Assistent ist harmlos beim Mail-Entwurf und hochriskant, wenn er Bewerbungen vorsortiert.
Unannehmbares Risiko
Etwa Social Scoring, manipulative Techniken oder Emotionserkennung am Arbeitsplatz. Art. 57
Strenge Pflichten
Etwa Einstellung und Leistungsbewertung, Kreditwürdigkeit, Bildung. Für Betreiber: Aufsicht, Protokolle, Information der Beschäftigten. Art. 268
Offenlegen und kennzeichnen
Chatbots geben sich als KI zu erkennen, KI-erzeugte Inhalte werden gekennzeichnet. Art. 506
Keine besonderen Pflichten
Etwa Textentwürfe, Übersetzungen, Zusammenfassungen. KI-Kompetenz nach Art. 4 gilt trotzdem – für alle Klassen.
Jeder Artikel hat seinen Workshop.
Die Tabelle zeigt, welche Workshops welchen Artikel der KI-Verordnung umsetzen. Jede Workshop-Seite nennt ihren Bezug zum AI Act; im Lernrad zeigt der Filter „AI Act im Programm“ die Bausteine dazu.
| Artikel | Worum es geht | Im Programm |
|---|---|---|
| Art. 33 | Begriffe: Anbieter und BetreiberWer KI-Systeme entwickelt oder unter eigenem Namen in Verkehr bringt, ist Anbieter. Wer sie beruflich in eigener Verantwortung nutzt, ist Betreiber – das sind die meisten Unternehmen. | E3F2D5 |
| Art. 49 | KI-KompetenzMaßnahmen, um die KI-Kompetenz des Personals zu fördern – seit 2. Februar 2025, seit Juli 2026 in neuer Fassung. | E1E2E3F1F4M1M2M3CHD1D3D4 |
| Art. 57 | Verbotene PraktikenEtwa manipulative Systeme, Social Scoring oder Emotionserkennung am Arbeitsplatz – verboten seit 2. Februar 2025, zwei weitere Verbote ab 2. Dezember 2026. | E3F3D4 |
| Art. 64 | Hochrisiko-SystemeUnter anderem KI im Personalwesen, bei der Kreditwürdigkeit oder in der Bildung (Anhang III) – Pflichten ab 2. Dezember 2027. | E3F3M3D6 |
| Art. 268 | Pflichten der BetreiberBei Hochrisiko-Systemen: Einsatz nach Gebrauchsanweisung, menschliche Aufsicht durch kompetente Personen, Information der Beschäftigten und ihrer Vertretung. | E3D2D4D6 |
| Art. 506 | TransparenzMenschen erfahren, dass sie mit KI sprechen; KI-erzeugte Inhalte werden gekennzeichnet – seit 2. August 2026. | E3M1M2D2D4D7 |
| Art. 535 | Anbieter von KI-ModellenAnbieter von Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck dokumentieren und informieren – seit 2. August 2025. Wichtig für die Anbieterwahl. | F2D5 |
Bußgelder regelt Art. 9910. Diese Seite gibt den Stand vom 10.10.2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung; die Fristen beruhen auf der Verordnung (EU) 2026/1744.
Vom Gerücht zum Nachweis.
Verstehen
Fristen, Rollen, Risikoklassen in zwei Stunden – für Führung, Recht und Betriebsrat.
Inventar
Alle KI-Werkzeuge und Use Cases mit Zweck, Datenklasse, Rolle und Risikoklasse.
Regeln
KI-Richtlinie, Datenklassen, Freigabeprozess – mit Betriebsrat und Datenschutz.
Schulen
KI-Führerschein für alle, Führungskräfte als Multiplikatoren.
Belegen
Teilnahmebestätigungen, Inventar und Richtlinie als Dokumentation – mehr zu Art. 4.
Nachweis
Wo stehen Sie beim AI Act?
Der Reifegrad-Check fragt auch nach Richtlinie und Schulung – und empfiehlt bei Lücken den Lernpfad „AI Act umsetzen“.
Fundstellen auf dieser Seite
Die hochgestellten Ziffern im Text verweisen hierher. Antippen zeigt die Fundstelle direkt an der Textstelle, alle Fundstellen der Website stehen gesammelt auf einer Seite. Gesetzesangaben ersetzen keine Rechtsberatung.
- 1
Geltung seit 2. Februar 2025 ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 113 lit. a · geprüft am 10.10.2026
- 2
Änderung durch die Verordnung (EU) 2026/1744 ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2026/1744 („Digital Omnibus“ zur KI-Verordnung), ABl. vom 24.7.2026 · geprüft am 10.10.2026
- 3
Art. 3 KI-Verordnung: Anbieter und Betreiber ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 3 Nr. 3 und 4 · geprüft am 10.10.2026
- 4
Art. 6 und Anhang III KI-Verordnung: Hochrisiko ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 6 und Anhang III, Fristen nach Verordnung (EU) 2026/1744 · geprüft am 10.10.2026
- 5
Art. 53 KI-Verordnung: Anbieter von KI-Modellen ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 53 · geprüft am 10.10.2026
- 6
Art. 50 KI-Verordnung: Transparenz ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 50 · geprüft am 10.10.2026
- 7
Art. 5 KI-Verordnung: verbotene Praktiken ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 5, geändert durch Verordnung (EU) 2026/1744 · geprüft am 10.10.2026
- 8
Art. 26 KI-Verordnung: Pflichten der Betreiber ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 26 · geprüft am 10.10.2026
- 9
Art. 4 KI-Verordnung: KI-Kompetenz ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 4 · geprüft am 10.10.2026
- 10
Art. 99 KI-Verordnung: Sanktionen ↑Gesetz · Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 99 · geprüft am 10.10.2026
Fragen zum AI Act.
- Was ist der AI Act?
- Der AI Act ist die Verordnung (EU) 2024/1689, auf Deutsch KI-Verordnung. Er regelt KI-Systeme in der EU nach ihrem Risiko und gilt unmittelbar in Österreich und Deutschland. Die Verordnung (EU) 2026/1744 hat ihn 2026 geändert.
- Was gilt für Unternehmen, die nur KI-Werkzeuge nutzen?
- Sie sind Betreiber im Sinn der KI-Verordnung. Seit 2. Februar 2025 müssen sie Maßnahmen zur KI-Kompetenz ihres Personals ergreifen (Art. 4) und dürfen keine verbotenen Praktiken einsetzen (Art. 5). Seit 2. August 2026 gelten Transparenzpflichten (Art. 50). Wer Hochrisiko-Systeme etwa im Personalwesen einsetzt, hat ab 2. Dezember 2027 weitere Pflichten (Art. 26).
- Welche Fristen hat die Änderungsverordnung 2026 verschoben?
- Die Pflichten für Hochrisiko-Systeme nach Anhang III gelten statt ab 2. August 2026 ab 2. Dezember 2027, für Hochrisiko in Produkten nach Anhang I ab 2. August 2028. KI-Kompetenz (Art. 4) und die verbotenen Praktiken (Art. 5) wurden nicht verschoben.
- Was ist der erste Schritt zur Umsetzung?
- Ein KI-Inventar: Welche KI-Systeme und -Werkzeuge werden wofür genutzt, mit welchen Daten, in welcher Rolle und mit welcher Risikoklasse? Darauf bauen Richtlinie, Schulung und Nachweis auf. Im Workshop E3 „AI Act kompakt“ entsteht ein erster Entwurf.
- Welche Strafen sieht der AI Act vor?
- Art. 99 sieht für verbotene Praktiken Geldbußen von höchstens 35 Mio. Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes vor, für andere Pflichten höchstens 15 Mio. Euro oder 3 %. Für KMU gilt jeweils der niedrigere Betrag. Die Durchsetzung regeln die Mitgliedstaaten.
- Wie hängt der AI Act mit der Mitbestimmung zusammen?
- Betreiber von Hochrisiko-Systemen müssen die Arbeitnehmervertretung vor dem Einsatz am Arbeitsplatz informieren (Art. 26). Unabhängig davon gelten in Österreich § 96a ArbVG und in Deutschland die §§ 87 und 90 BetrVG.