AI Act: KI-Kompetenz gilt seit 2. Februar 2025, Hochrisiko-Pflichten ab 2. Dezember 2027. Was wann gilt →
Glossar

KI, kurz erklärt.

Die Begriffe, die in jedem KI-Gespräch fallen – in einem Satz oder zwei, so wie wir sie in den Workshops verwenden. Gesetzesangaben haben ihre Fundstellen.

KI-Kompetenz
Fähigkeiten, Kenntnisse und Verständnis, um KI-Systeme sachkundig einzusetzen und sich ihrer Chancen, Risiken und möglichen Schäden bewusst zu sein. Art. 4 der KI-Verordnung verlangt von Anbietern und Betreibern Maßnahmen, um sie bei ihrem Personal zu fördern.
Sprachmodell (LLM)
Ein Large Language Model ist ein KI-Modell, das aus sehr vielen Texten gelernt hat, Text fortzusetzen. Es erzeugt Antworten Stück für Stück nach Wahrscheinlichkeiten – Beispiele sind die Modelle hinter ChatGPT, Claude, Gemini oder Microsoft 365 Copilot.
Token
Die Einheit, in der Sprachmodelle Text lesen, schreiben und abrechnen: ein Wort, eine Silbe oder ein Satzzeichen. Deutscher Text braucht meist mehr Tokens als englischer. Man unterscheidet Input-Tokens (was das Modell liest) und Output-Tokens (was es schreibt).
Kontextfenster
Die Menge an Tokens, die ein Modell in einer Anfrage gleichzeitig berücksichtigen kann – Anweisung, Gesprächsverlauf, Dokumente und Antwort zusammen. Was nicht hineinpasst, „vergisst“ das Modell.
Halluzination
Eine flüssig formulierte, aber falsche Antwort eines Sprachmodells. Sie entsteht, weil das Modell Wahrscheinliches statt Geprüftes erzeugt. Quellen, Rechnen mit Code und Prüfung durch Menschen verringern das Risiko.
Prompt
Die Anweisung an ein KI-Modell. Gute Prompts nennen Ziel, Kontext, Quelle und Erwartung an das Ergebnis.
RAG (Retrieval-Augmented Generation)
Fragen an Dokumente: Eine Suche findet passende Textstellen, das Sprachmodell formuliert daraus die Antwort mit Quellenangabe. Die Qualität hängt stark von Ablage, Benennung und Berechtigungen ab.
KI-Assistent
Ein KI-Werkzeug, das auf Anfrage antwortet oder Inhalte erstellt – der Mensch stößt jeden Schritt an.
KI-Agent
Ein KI-System, das ein Ziel in Schritte zerlegt, Werkzeuge nutzt und Ergebnisse prüft – ausgelöst durch einen Menschen oder einen Trigger wie eine neue Mail, eine Datei oder einen Zeitplan. Gute Agenten lassen Menschen an festgelegten Stellen freigeben.
Trigger
Das Ereignis, das einen Agenten oder eine Automatisierung startet: eine eingehende Mail, eine neue Datei, ein Zeitplan oder ein Schritt in einem Workflow.
Schatten-KI
KI-Werkzeuge, die ohne Freigabe genutzt werden, etwa mit privaten Konten. Sie entsteht meist, weil freigegebene Werkzeuge oder Regeln fehlen – nicht aus böser Absicht.
Datenklassen
Eine Einteilung von Informationen – etwa öffentlich, intern, vertraulich, streng vertraulich – die festlegt, in welche KI-Werkzeuge welche Daten dürfen.
Digitale Souveränität
Die Fähigkeit, über eigene Daten, Werkzeuge und Anbieter selbst zu bestimmen. Bei KI reicht sie in Stufen von Software aus der Cloud bis zum selbst betriebenen offenen Modell.
KI-Verordnung (AI Act)
Die Verordnung (EU) 2024/1689 regelt KI in der EU nach Risiko. Für Unternehmen, die KI nutzen, sind vor allem KI-Kompetenz (Art. 4), Transparenz (Art. 50) und – bei Hochrisiko-Anwendungen – weitere Betreiberpflichten wichtig. Die Verordnung (EU) 2026/1744 hat sie 2026 geändert.
Anbieter und Betreiber
Die zwei wichtigsten Rollen der KI-Verordnung. Anbieter entwickeln KI-Systeme oder bringen sie unter eigenem Namen in Verkehr. Betreiber nutzen KI-Systeme beruflich in eigener Verantwortung – das sind die meisten Unternehmen, auch wenn sie „nur“ Copilot oder ChatGPT einsetzen.
Risikoklassen
Die KI-Verordnung unterscheidet verbotene Praktiken, Hochrisiko-Systeme, Systeme mit Transparenzpflichten und Systeme mit minimalem Risiko. Je höher das Risiko, desto mehr Pflichten.
Hochrisiko-KI-System
Ein KI-System, das in sensiblen Bereichen eingesetzt wird – etwa bei Einstellung und Beförderung, Kreditwürdigkeit, Bildung oder kritischer Infrastruktur (Anhang III). Für Betreiber gelten Pflichten wie menschliche Aufsicht und Information der Beschäftigten; nach der Änderung 2026 ab 2. Dezember 2027.
KI-Inventar
Die Liste aller KI-Systeme und -Werkzeuge im Unternehmen mit Zweck, Datenklasse, Rolle (Anbieter oder Betreiber) und Risikoklasse. Der erste praktische Schritt zur Umsetzung der KI-Verordnung.
Microsoft 365 Copilot
Der KI-Assistent in Outlook, Word, Excel, PowerPoint und Teams. Er greift auf Inhalte zu, für die die Nutzerin oder der Nutzer berechtigt ist – deshalb sind Ablage und Berechtigungen so wichtig.
Multiplikator
Eine Führungskraft oder ein KI-Champion, die oder der Wissen ins eigene Team trägt. Im Programm von TailorCampus werden zuerst Führungskräfte befähigt, damit sie die Teams ein bis zwei Ebenen darunter mitnehmen.
Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen in Kurzform.

Was ist ein Token?
Die Einheit, in der Sprachmodelle Text lesen, schreiben und abrechnen: ein Wort, eine Silbe oder ein Satzzeichen. Deutscher Text braucht meist mehr Tokens als englischer.
Was ist der Unterschied zwischen KI-Assistent und KI-Agent?
Ein Assistent antwortet auf Anfrage, der Mensch stößt jeden Schritt an. Ein Agent zerlegt ein Ziel in Schritte, nutzt Werkzeuge und prüft Ergebnisse – ausgelöst durch einen Menschen oder einen Trigger.
Warum halluziniert KI?
Weil ein Sprachmodell Wahrscheinliches erzeugt, nicht Geprüftes. Quellen, Rechnen mit Code und Prüfung durch Menschen verringern das Risiko.
Was ist Schatten-KI?
KI-Werkzeuge, die ohne Freigabe genutzt werden, etwa mit privaten Konten. Sie entsteht meist, weil freigegebene Werkzeuge oder Regeln fehlen.